Kurz vor Schluss

Einsame Straßen, kaum Autos… kaum Menschen. Der Wind weht eine leere, graue Plastiktüte über die verlassene Straße. Ein Soldat streift durch die Gassen. Trümmerhaufen, kaputte Häuser. Blinklicht und Sirenen in der Ferne. So stellt man sich vielleicht eine Kriegsszenerie vor. Tatsächlich befinden wir uns in Christchurch, Neuseeland. Urlaubsparadies, goldene Strände und Palmen!

Die Schifffahrt auf dem Milford Sound war unser letztes Ziel im Süden Neuseelands, bevor wir uns auf den Weg nach Christchurch machten. Wir verbrachten noch eine Nacht in Te Anau und fuhren dann – mit einem kurzem Halt in Glenorchy – in Richtung Norden. Die Straße nach Glenorchy entlang am Lake Wakatipu ist ganz schön – der Ort selbst so unspektakulär wie die meisten dieser kleinen Dörfer.

Im Regen fuhren wir dann erst einmal durchs Landesinnere – Küste sahen wir die letzten Tage ja reichlich. Nach einer Nacht auf einem Rastplatz – Irgendwo im Nirgendwo – ging es weiter. Erstmal zu den „Moeraki Boulders“ – Irgendwelche großen Steinkugeln, die mysteriöserweiße am Strand herumliegen. Anschließend in den kleinen Ort Oamaru – eine der hübscheren kleinen Städte in Neuseeland, in der man sich etwas in eine vergangene Zeit zurückversetzt fühlt. Ansonsten gibt’s dort Schafe und Pinguine – die Haupttouristenattraktion.

Weil es ansonsten wohl eher weniger Touristenmagneten in dieser Gegend gibt, erwähnt mein Reiseführer das „Totara Estate“ – dort wurde erstmals in dieser Gegend Gefrierfleisch produziert. Auf dieses Highlight haben wir verzichtet und stattdessen den Nachmittag im Museum von Timaru verbracht. Am selben Tag – endlich mal sonnig – sind wir weiter gefahren zur Banks Peninsula, ganz in der Nähe von Christchurch. Hübsche Gegend mit der französischen Stadt Akaroa – und vor Allem: Endlich einmal wieder Sonne!

Am darauf folgenden Tag sind wir, mit enormer Benzinnot, nach Christchurch gerollt, um dort ersteinmal das Auto zu putzen, denn wie mir gesagt wurde, verkaufen sich saubere Autos besser!

Christchurch – letzte Etappe unserer Neuseelandrundreise und noch 10 Tage übrig. Und diese Tage braucht es auch, um mein Auto loszuwerden. Da das Auto die letzten Wochen unser zu Hause war, hieß es erst einmal ein neues und vor Allem preiswertes – home sweet home – zu finden. Schließlich sind wir in das „Kiwihaus“ eingezogen, wo wir derzeit für $17 die Nacht hausen. Anschließend haben wir Emil, das treue Gefährt, bei einem Carmarket abgestellt. Das ist zwar nicht ganz günstig, dafür darf das gute Stück dort aber nun für 28 Tage auf einen neuen Besitzer warten, und ich hoffe, der kommt bald!

Zwei sonnige Tage und genug Zeit um die Innenstadt zu erkunden. Panoramablick vom Cathedral Türmchen aus und ein Kiwi im Kiwihaus. Ein paar Fotos, ein gutes Essen und Fruchteis.

In der Nacht von Freitag auf Samstag hatte ich einen entzückenden Traum, von einem herrlich fruchtigem Cocktailabend mit Sonja, welche mich in meinem Traum in Neuseeland besuchte. Ich bestellte wohl noch gerade zwei weitere fruchtig-süße Cocktails, als alles zu wackeln begann und ich aus meinem zuckersüßem Traum gerissen wurde. So lag ich in meinem Bettchen und dachte, ich sei betrunken, bis mir auffiel, dass ich ja nur in meinem Traum getrunken hatte – und, selbst mitten in der Nacht, war mir bewusst, dass man sich im Traum nicht real betrinken kann. So fragte ich mich – und Nörli, der wohl ebenso gerade aufgewacht war, was das wohl sei? Ein Erdbeben war die richtige Antwort, und zwar mit einer Stärke von 7,2 wie sich bald herausstellte. Das ganze Haus wackelte und ein paar Sachen sind auch vom Tisch gepurzelt. Zumindest ist unser Hostel nicht eingestürzt. Den nächsten Tag verbrachten wir ohne Strom und die Abwasserleitungen der zweitgrößten Stadt Neuseelands sind immer noch nicht voll belastbar… heißt es. Am nächsten Morgen war der Polizei wohl der Ausmaß der Zerstörungen noch nicht bewusst, und wir konnten noch einmal durch die Innenstadt schlendern, bevor Straße für Straße dicht gemacht wurde und das Stadtzentrum bis heute wegen Einsturzgefahr geschlossen ist. Einige Häuser sind völlig eingestürzt, bei manchen fehlt nur das Dach. Sobald es finster wird, soll man sein Haus nicht mehr verlassen, heißt es im Fernsehen, da gefährliche Plünderer unterwegs seien. So wissen wir die letzten Tage nicht so recht, was wir mit unserer Zeit anfangen sollen, Christchurch hat dicht gemacht! Selbst die Kathedrale am Cathedral Square ist wohl ein wenig angeschlagen – ein Glück, dass wir schon auf dem Turm waren!

Ab und zu bringen Nachbeben die Häuser immer noch zum wackeln. Aber daran gewöhnt man sich ja schnell!

Und mein Auto wartet immer noch im Carmarket auf einen potentiellen Käufer – der aber so schnell nicht kommen wird. Der Carmarket liegt nämlich in der verbotenen Zone, die streng von Soldaten bewacht wird. Das schreckt potentielle Käufer natürlich eher ab…

Und wer weiß… vielleicht ist das gute Stück sowieso von den Trümmern eines Hauses begraben.

Die Bilder sind übrigens so klein, weil man das Internet hier nach MB-Verbrauch bezahlen muss!

Roadtrip durch das Ende der Welt

Zwischenmeldung!

Eine Kurzzusammenfassung.

Vor etwa 2 Wochen habe ich den Nörli vom Flughafen in Auckland abgeholt. Wir haben nur noch wenige Tage in der größten Stadt Neuseelands verbracht. Eine kurze Stadtführung… Downtown, Hafen… Das wars schon. Mehr gibt es in Auckland eigentlich auch nicht zu sehen. Wir waren noch im Skytower Restaurant – dem höchstem Restaurant der Stadt – und ich war noch nie so edel essen, uns wurde sogar eine Serviette auf den Schoß gelegt.

"Da müssen wir hinauf, Herr Frodo!

Dann starteten wir den Trip, immer gen Süden. Den Aufenthalt auf der Nordinsel hat es uns leider etwas verregnet. Nachdem wir Auckland verlassen hatten, begann es zu regnen. Dennoch schlugen wir uns tapfer durch Rotoruas dampfende Thermallandschaft und entspannten in Thermal-Freibädern bei Taupo. Auch das Tongarrio Crossing (Überquerung eines Vulkans) stand ursprünglich auf unserem Plan – aber der Regen peitschte uns nur so in das Gesicht, dass wir nach siebeneinhalb Minuten wieder umdrehten.

In Wanganui kam endlich die Sonne raus – und diese begleitete uns schließlich bis nach Wellington, Neuseelands Hauptstadt. Menschen und Zivilisation, ein bisschen was von „Großstadt“ – zur Abwechslung: Wir bummelten Tagsüber durch die Stadt und verbrachten die Abende in einem Irish Pub und dem „Mighty Mighty“. Zwischenzeitlich fuhren wir auf einer kurvenreichen Straße durch das Gebirge um Wellington zu einer Robbenkolonie. Direkt neben unserem Auto sonnten sich die Tiere und posierten für Fotos.

An einem Donnerstagmorgen, die Sonne ging gerade erst auf, setzten wir schließlich mit der Fähre über – zur Südinsel. Noch menschenleerer und angeblich noch faszinierender und abwechslungsreicher als die Nordinsel.

Die Fähre schaukelte auf den Wellen vor sich hin und ich war heilfroh um die Anti-Übelkeits-Reisetabletten, die wir uns am Vortag in Wellington besorgt hatten. Delphine haben wir auch keine gesehen – dafür hatten wir Glück mit dem Wetter und die Fahrt durch die Marlbough Sounds war wunderschön.

Auf der Südinsel angekommen ging es direkt nach Nelson – ausgehungert und auf der Suche nach Futter. Dann ging es zu den Nelson Lakes – wo wir eine Horde „Sandflys“ kennenlernen durften.

Der bisherige Höhepunkt unseres Urlaubs war die zweieinhalbtägige Wanderung durch den Abel Tasman National Park. „Coastal Walk“ nennt sich der „Spaziergang“ – abwechselnd durch den heimischen Bush und entlang an der goldenen Küste der sonnigsten Region Neuseelands. Übernachten konnten wir in den Hütten im Park, direkt am Strand gelegen – die Dank der Wintersaison nur die Hälfte kosteten.

So schlecht ist es also auch nicht, im Winter durch Neuseeland zu reisen – mal davon abgesehen, dass wir schon zwei Mal nachts IM Auto Frost hatten. Aber weder Hütten, noch Backpackers, Hostels, Holidayparks oder DOC Plätze muss man reservieren – meistens ist man sogar ziemlich alleine, zumindest auf den DOC Campingplätzen. Und viele Angebote sind auch billiger.

Franz Josef Gletscher

Der Sonnenschein vom Abel Tasman National Park folgte uns bis zur Westcoast der Südinsel. Eigentlich ziemlich regenreich dort, aber es war ja nur gerecht, dass wir in unserem Urlaub nun auch gutes Wetter abbekamen. Gute Sicht auf die Südalben zur linken und zur rechten die stürmische Tasmansee. Wir blieben für zwei Nächte in Westport und fuhren dann weiter in den Süden zum Franz Josef Gletscher. Beim bekannten „Spiegelsee“ blieben wir eine weitere Nacht. (Zumindest ist dieser Tümpel allen Besitzern eines lonely planets bekannt)

Über Nacht zog ein Sturm auf, wir fürchteten der Wind würde unser Auto – samt unsereiner selbst – wegpusten und am nächsten Tag war es mit dem guten Wetter auch wieder vorbei. Dort, wo wir einst die Südalpen mit den Schneegipfeln sahen waren nun nur noch Wolken… viele, viele Wolken. Wir machten uns also auf den Weg nach Queenstown – und holten die Sonne wieder halbwegs ein. Queenstown, Touristenmetropole und richtige Stadt für Neuseelands Verhältnisse. Mit Menschen (Touristen), Kneipen, Geschäften und Restaurants. Endlich konnten wir uns unsere langersehnte Pizza genehmigen, von der wir schon während unserer dreitägigen Wanderung durch Neuseelands Bush träumten. Ansonsten wimmelt es dort nur von Leuten, die anscheinend mehr Geld haben als wir, in Markenklamotten und mit Snowboards unter dem Arm. Auch wenn nicht gerade die Ski- und Snowboard Saison blühlt kann man in Queenstown mit Bungejumping oder Fallschirmspringen sein Geld unheimlich schnell loswerden. Wir hatten eh nichts zum loswerden, also fuhren wir – nach einer Nacht auf einem DOC Campingplatz, der eigentlich anscheinend eher eine Schafsweide war, weiter nach Te Anau. Hier gönnten wir uns dann auch einmal etwas: Wir fuhren mit einem Schiff auf dem Lake Te Anau zu einer Glühwürmchengrotte, also, einer Höhle. Sogar Gratiskaffee gabs da. War ganz nett.

Anschließend machten wir uns auf den Weg noch tiefer hinein ins „Fiordland“ – Neuseelands größter Nationalpark. Wie mir zu Ohren kam eine der regenreichsten Regionen der Welt. Eine weitere Nacht im Auto. Übrigens wird es hier um halb sieben dunkel (Winterzeit…), weshalb wir unseren Tagesrhythmus der Sonne anpassen mussten. So um 5 gibt’s Abendessen und Wein, damit wir bettgeh-fertig sind, sobald es dunkel wird. Von Rückenschmerzen und gelegentlichem Frost im Auto geplagt sind wir dann oft auch froh, wenn die Sonne aufgeht, es Tag und somit Zeit zum Aufstehen wird. (Das klingt nun schlimmer als es ist.)

Als die Sonne nun endlich aufgegangen war ging es weiter zum Milford Sound. Auf dem Weg trafen wir noch einige sehr zutrauliche Papageien, ich hätte gerne einen mitgenommen, aber ich glaube, es ist verboten Neuseelands einheimische Tiere mitzunehmen (die sind da etwas zimperlich). Der Milford Sound, bzw. der Berg hinter dem Milford Sound ist für viele wohl so etwas wie der Höhepunkt Neuseelands und es ist wohl das am Häufigsten zu findende Postkartenmotiv. Wir investierten also wiederum in eine Schifffahrt. Der Himmel über dem Milford Sound war nicht ganz so blau wie der auf den Postkarten… eher gräulich. Dafür sahen wir einen Pinguin im Wasser plantschen. Und im Grunde war es trotz Regen ganz schön.

Na – und das wars auch schon. Die letzten 2 Wochen – einmal durch Neuseeland. 2 Wochen bleiben nun noch. Um langsam wieder nach Norden – nach Chirstchurch zu fahren um dort mein Auto zu verkaufen bevor es wieder zurück nach ’schland geht.

Mittlerweile habe ich mich auch ganz gut von all den Esoterik-Hippie-Nazis erholt und freue mich aufs „Billigland“ im Herzen von Europa, wo ich mir genug Bier leisten kann um auch betrunken zu werden.

Bis bald!

Der Urlaub hat begonnen!

Nachdem ich letzte Woche Montags eine schöne Geburtstagsfeier hatte (die schon morgens mit einem gedeckten Geburtstags-Frühstückstisch begann), ging Dienstag gegen Mittag die Reise in den Norden Neuseelands los.

Bay of Islands - Russel

Bay of Islands

Unser erster Stopp war Paihia – Bay of Islands. Wir kamen am Spätnachmittag an und es war ziemlich regnerisch. Das Wetter wollte nicht so, wie wir wollten und da ich von der langen Fahrt sowieso müde war, machten wir es uns nach einem kurzem Spaziergang durch den Ort, im Hostel gemütlich. Ich konnte mir nur vorstellen, wie hübsch Paihia sein könnte, an einem sonnigen Tag – Palmen, Strände und gemütliche Pubs. Ich war optimistisch, denn irgendwo hinter den vielen Wolken muss die Sonne ja sein. Das Wetter am nächsten Tag war nicht unbedingt besser – Regen statt Sonne im Urlaubsparadies. Ich plante eigentlich mit der Fähre nach Russel zu fahren, doch wegen des Unwetters fielen alle Fähren aus. So fuhren wir zu Wasserfällen in der Gegend – die dank dem Monsunregen wirklich spektakulär waren. Anschließend ging es weiter nach Kerikeri, einer weiteren verträumten, kleinen Ortschaft am Bay of Islands. Donnerstag kam dann endlich die Sonne raus und ich fuhr mit der Fähre nach Russel, einer Ortschaft, die in der Zeit stehen geblieben ist.

Bay of Islands - die Fähre nach Russel

Noch am selben Tag fuhren wir weiter an der Küste entlang nach Norden, mit einer erholsamen Pause am Matauri Beach – auf dem Weg zur Karikari Halbinsel. Die Sonne strahlte endlich einmal den ganzen Tag und ich wünschte mir, die Zeit würde etwas langsamer vergehen.

Matauri Bay

Karikari Halbinsel

Am Freitag machten wir uns auf den Weg „ganz nach oben“. Auf dem Weg liegt der 90 Mile Beach, der in Wahrheit nur um die 60 Meilen lang ist – lang genug um „endlos“ zu wirken. Am 90 Mile Beach darf man mit dem Auto fahren und im Sommer finden dort wohl auch Rennen statt.

Mir wurden aber schon Horrorgeschichten erzählt, von Leuten, die ihre Autos am 90 Mile Beach verloren haben – da sie im Sand stecken blieben und nicht rechtzeitig weiterfahren konnten, bevor die Flug kam. Wir hatten keine Ahnung wann überhaupt Ebbe- und Flutzeit ist, da aber gerade zwei Touristenbusse ankamen und am Strand entlangdüsten, entschlossen wir „die müssens ja wissen“ und wagten das riskante Unternehmen. Wegen ein paar Tee- und Fotopausen verloren wir aber bald die Touribusse aus den Augen und ich wollte ganz gerne wieder auf einer normalen Straße fahren, doch weit und breit war kein Ausgang zu sehen. Auf unseren Straßenkarten waren zwar mehrere Zugänge zum Strand eingezeichnet, am Strand jedoch mangelt es an Verkehrszeichen und wir haben alle Ausgänge einfach übersehen. Ein bisschen nervös wurde ich ja schon, vor allem als es anfing zu regnen und ich kaum noch etwas sehen konnte. Schließlich bin ich den kompletten 90 Mile Beach gefahren, der letzte Ausgang war dann eigentlich ein Fluss, der „Te Paki River“, in dem wir schließlich zu den gigantischen Sanddünen fahren konnten. Alles was ich dachte war „armes Auto, armes Auto…“ – ein ganz schöner Nervenkitzel, aber dem Auto geht es nach wie vor gut, es fährt und wir haben es überlebt.

Nach dem ganzen Abenteuer genoßen wir es, in den Te Paki Sanddünen herumzuspringen.

Die Nacht verbrachten wir am Spirit Bay auf einem D.O.C. Camping Platz im Auto. In dieser menscheleeren Gegend traf ich Tobi aus Köln und zu Dritt haben wir uns ein gemütliches Abendessen mit dem Gaskocher zubereitet. In der Nacht im Auto habe ich um die 50 Mücken erschlagen.

Spirits Bay

Am nächsten Morgen fuhren wir zum Cape Reinga, dass in der Maori-Kultur die besondere Bedeutung hat, dass die Seelen der verstorbenen über dieses Cape von der Erde gehen um nach Hawaiiki zu kommen. Es ist nur der „fast-nörlichste“ Punkt von Neuseeland, aber der nördlichste, mit dem Auto erreichbare Punkt. Beim Cape Reinga treffen sich außerdem der Südpazifische Ozean und die Tasmanische See – die Wellen peitschen mitten im Meer aneinander und man kann den Farbunterschied der zwei Meere erkennen: der Pazifik dunkelblau und die Tasman-See türkis.

Nach einem kurzem Stopp in Kaitaia – der nördlichsten Stadt Neuseelands (die einen Supermarkt oder eine Tankstelle hat) ging es dann weiter in die Gegend des Hokianga Harbours. Wir blieben für etwa 2 Stunden in einem gemütlichen Cafe mit Liveband, bevor wir die Fähre zur anderen Seite nahmen. Die Nacht verbrachten wir in einem winzigkleinem Backpackers in Omapere.

Am Sonntag – der letzte Tag des „Far North Trips“, fuhren wir entlang der Kauri Coast und staunten über die bis zu 2000 Jahre alten Baumriesen.

Ich und ein Kauri Baum

Nun bin ich erstmal zurück in Auckland – in der Kommune. Morgen ist es dann schon so weit und ich hole Nörli vom Flughafen ab und dann beginnt der richtige Urlaub!

Tree-Hugger

Seit 9 Wochen lebe ich nun schon in dieser Kommune in der Nähe von Auckland. Da ich morgen ausziehen werde und meine Reise beginnt, wird es nun endlich Zeit, einmal darüber zu  berichten.

Die Kommune ist mitten im Bush – hat also einen riesen großen Garten, mit einigen kleineren Bushwalks und dergleichen. 90 dauerhafte „Residents“ wohnen hier – und ein paar Wwoofer (WORLD-WIDE OPPORTUNITIES ON ORGANIC FARMS). Eingezogen bin ich hier als Resident, stellte aber bald fest, dass Miete zahlen unsinnig ist und das Leben als Wwoofer doch irgendwie unbeschwerter ist. Wwoofen – das bedeutet hier gelegentliche Gartenarbeit, Bäumefällen, Holzhacken, Schubkarren durch die Gegend schieben, Traktor-Touren und Badezimmer putzen, Betten beziehen und Feuer machen. drei Stunden am Tag.

Früher war die Kommune eine verrückte Sekte, deren Anführer heute wegen der Drogenexzesse hinter Gittern sitzt. Verrückt ist die Kommune heute immer noch, da die meisten Leute einen Tick zu viel auf der Esoterik-Schiene fahren – wogegen ich mich ja extrem sträube, aus diversen politischen und weltanschaulichen Gründen. Es gibt hier tatsächlich erwachsene Menschen, die im Bush „kleine Menschen“ und „Elfen“ sehen und dem Wasser und dem Essen Liebe zusprechen, bevor sie es trinken und essen. Nicht so die Wwoofer, die sind hier, um die Aussicht zu genießen und Geld zu sparen.

Eine „Kommune“ ist es meiner Auffassung nach auch nicht wirklich, mehr eine „kommerzielle Wohngemeinschaft, die sich Wwoofer als Sklaven hält“ – aber zu Beginn stand wohl die Idee einer Kommune im Raum, weshalb man nach wie vor daran festhält, das Ganze so zu nennen.

Mein Wwoofer-Leben genoss ich jedenfalls sehr.

Pizza-night – lasse ich mir natürlich nicht entgehen 🙂

„Gnocci – Kaiserschmarrn – und Tequila-Night“ im Wwoofer-Room.

Der Wwoofer-Boss Tony und Lissandro, einer meiner Wwoofer-Kollegen

Mit meinem Roomie – Noe.

Und an sonnigen Nachmittagen – Vertikal-Acrobatic.

Heute gibt es eine letzte Party mit meinen Wwoofer-Kollegen, die planen, meinen Geburtstag zu feiern. Morgen, sobald ich ausgeschlafen haben, geht dann der Urlaub los – auf den ich mich mittlerweile wirklich sehr freue.

Mein Praktikum habe ich mittlerweile abgeschlossen. Am letzten Tag wurde für mich der Meeting-Tisch groß aufgetischt, mit verschiedenen Broten, Dips und Schokolade. Ein „I love NZ“ – T-shirt habe ich zum Abschied bekommen. Ein sentimentaler Abschied war es nicht, ich bin froh, nun aufbrechen zu können.

Es dampft!

Es riecht noch meilenweit und gegen den Wind nach faulen Eiern, überall dampft es aus allen Löchern, Schwefeldunst zischt aus Erdspalten, das Wasser in den Seen und Bächen scheint zu kochen, Schlammpfützen blubbern vor sich hin. Das ist Rotorua – nicht weit entfert von Mordor, was manch einem wohl besser bekannt sein dürfte.

Ein dampfender See bei Rotorua

Die Gegend um Rotorua ist angeblich mit die thermisch Aktivste Gegend der Welt und ist dementsprechend geprägt von Vulkanen (vor geraumer Zeit, also 1886, gab es wohl auch einen ziemlich zerstörerischen und spektakulären Vulkanausbruch), Geysiren und anderen imposanten, natürlichen Spektakeln – die wie Freizeitparks aneinandergereiht massig Touristen anziehen.

Rotorua ist mit 54.900 Einwohnern noch eine der größeren Städte in Neuseeland und wegen der vielen Quellen, aus denen nach Schwefel riechendes „Heilwasser“ fließt war der Ort schon zu einer Zeit, in der es nur schwarz-weiß Fotos gab als Kurort beliebt.

Lake Rotorua

Am Samstag Morgen starteten wir bei schönstem Sonnenschein los Richtung Rotorua. Es war der erste Ferientag hier in Neuseeland, doch der von mir gefürchtete zähfließende Verkehr blieb aus und ein paar Stunden später fanden wir uns auf einer Parkbank vor dem Lake Rotorua wieder und genossen unser Picknick.

Cerosine Creek

Nachdem wir uns im Ort ein wenig umgesehen haben, ein paar Informationen aus dem Tourismus-Informationscenter eingeholt haben und ich auch den Schwefelgeruch kaum noch wahr nahm machten wir uns auf zum „Cerosine Creek“ – ein „Geheimtipp“ von einem Local, bei dem ich vor Kurzem via Couchsurfing zu Gast war. Es war herrlich, in dem kleinen, dampfenden Bach zu baden, mitten im Wald – inklusive Wasserfall zum runterspringen.

Cerosine Creek

Die Hütte

Anschließend bezogen wir unser Quartier für die Nacht. Ich wurde eingeladen, was das ganze noch besser machte. Wir hatten eine gemütliche Holzhütte auf einem Campingplatz. Abends konnten wir noch die Hotpools der Ferienanlage nutzen, allerdings teilten wir diese mit 2 Jugend-Rugbyteams im alter von etwa 10 Jahren. So machten sich die Schulferien doch noch ein bisschen bemerkbar.

Am nächsten Morgen fuhren wir zum Waimangu Thermal Valley. Die Entscheidung war nicht einfach, da sich die natürlichen Attraktionen wie Spielcasinos in Las Vegas aneinanderreihen. Und leider kostet auch jede einzelne Eintritt. Das Waimangu Thermal Valley kostete $32 – dafür konnte man einen gut ausgebauten Weg durch ein Vulkangebiet laufen, dampfende und blubbernde Krater vom Vulkanausbruch 1886 bewundern und die Aussicht auf den Mount Tarawera (der 1111 Meter hohe Vulkan) und den davor liegenden Lake Rotomahana genießen. Zurück zum Eingang brachte uns ein Shuttlebus – der war im Eintrittspreis enthalten.

Inferno Crater

Rotorua

Mount Tarawera & Lake Rotomahana

bunte, dampfende Terrassen

Rotorua ist also ganz interessant und schön anzusehen, allerdings ist es schon sehr auf Tourismus ausgelegt. Ich konnte mir den breiten Wanderweg durch das Waimangu  Thermal Valley ganz gut in den Sommermonaten vorstellen: Mehr Touristen als Attraktionen, die natürliche Idylle dahin. Wir hatten Glück, den Park hatten wir an diesem Juli-Sonntag beinahe ganz alleine.

Bevor wir uns auf den Weg zurück nach Auckland machten, gab es noch einen Sonntagsbummel durch die Straßen von Rotorua und einen köstlichen Milchshake im „Fat Dog“.

Westcoast

Waitakere Ranges Regional Park

Letztes Wochenende war ich wieder einmal an Aucklands Westküste. Das ist Zweifelslos mein Lieblingsausflugsort in Aucklands Umgebung. Der Sand ist schwarz, Alles in Allem wirkt die wild zerfetzte Küste fast mysteriös und unendlich weit. Hinter den Stränden der Westküste erstrecken sich die Waitakere Ranges, nichts als Bush, soweit das Auge reicht. Durch diesen Regionalpark führen kurvenreiche und oft sehr enge Straßen zu den Stränden Piha, Karekare oder Bethells Beach.

Karekare Beach

Abseits vom Weg zum Strand.

Abseits vom Weg zum Strand

Am Sonntag gegen Mittag brachen wir auf, kein klares Ziel vor Augen – nur die Westküste und die Waitakere Ranges sollen es sein. Auf dem Scenic Drive (und diese Straße trägt zu Recht diesen Namen) fuhren wir zunächst zum Karekare Beach. Da es in dieser Gegend in letzter Zeit recht viel geregnet hat (in den Waitakere Ranges regnet es fast doppelt so viel als in Auckland!) war der Weg zum Strand allerdings überflutet und wir suchten unseren Weg „durch die Wildniss“ – Nasse Schuhe waren dennoch die Folge!

Ich am Karekare Beach

Karekare Beach

Im Anschluss fuhren wir weiter Richtung Piha. Nur fünf Minuten von Piha entfernt Beginnt der Weg zu den Kitekite Falls. Nach einer halben Stunde laufen, konnte man diesen Anblick genießen:

Kitekite Falls

Subtropische Vegetationszone

.

.

Anschließend ging es noch zum Strand von Piha, bis das Meer schließlich irgendwann die Sonne verschlang.

.

.

Die Fotos von letzter Woche – dem Muriwai Beach möchte ich nicht vorenthalten. Ich hatte allerdings die Speicherkarte meiner Digitalkamera im Laptop vergessen. Die folgenden Fotos hat Keong (einer meiner Mitbewohner) gemacht.

Bay of Plenty

Neuseeland unter britischer Krone – einen Vorteil hat der ganze Monarchie-Unsinn ja: mir beschaffte „Queens Birthday“ am Montag einen freien Tag, ein langes Wochenende! Und da ich seit etwa 2 Wochen einen roten Flitzer – einen Toyota Corona mein Eigen nennen darf, war es mir möglich, auch einmal wieder aus Auckland rauszukommen. Der letzte längere Ausflug nach Coromandel liegt ja nun auch schon eine ganze Weile zurück. Mein Ziel war daher der Bay of Plenty.

Tee und Cookies am Strand von Katikati

Mit Tee und Cookies am Strand in Katikati

Gemeinsam mit Reka ging die Reise am Samstag früh morgens los. Das Wetter war in Auckland noch sehr vielversprechend: der Himmel blau, beinahe keine Wolken. Und ohne uns zu verfahren, kamen wir nach etwa 2,5 Stunden in Katikati an. Um mich ersteinmal von der Fahrt zu erholen, suchten wir zunächst einen Strand in Katikati auf. Es war wahnsinnig windig, aber dennoch gemütlich, mit einer Tasse Tee und ein paar Cookies.

Strand in Katikati - Bay of Plenty

Nach dieser erholsamen Pause flanierten wir gemütlich durch Katikati, einem 3000 Seelen Dorf, in dem eigentlich nicht viel geboten ist. Ich genehmigte mir einen Kaffee, bevor wir zu dem 10 Fahrminuten nördlich von Katikati gelegenen Kaimai Mamamu Forest Park aufbrachen. Geplant hatten für diesen Tag einen Bushwalk zu den Ananui Falls.

Mein Auto Emil - hat uns zuverlässlich nach Katikati gebracht.

Nach ein paar Minuten kamen wir schließlich zu einer einigermaßen wackeligen Brücke. „Na, immerhin eine Brücke“, fanden wir später. Im weiteren Verlauf des Bushwalks musste man mehrmals den Fluß ohne Brücke durchqueeren. Wohlgemerkt – hier ist Winter! Vermutlich wäre dieses Flußwasser, in dem wir später Knietief standen, aber auch im Sommer nicht besonders warm gewesen. Ein Abenteuer war es allenfalls. Da es im Bush allerdings wesentlich früher dunkel wird, brachen wir vorzeitig ab und gingen zum Auto zurück, ohne die Ananauifalls gesehen zu haben. Wir hatten beide keine besondere Lust, die Nacht im Bush zu verbringen.

Brücke im Bush

Brücke im Bush

Auf der wackeligen Bushbrücke

Eiskaltes Wasser...

Affenwarnung!

Schön war allemal. Im Anschluss fuhren wir zu unserer Couchsurfingfamilie für diese Nacht. Wir staunten nicht schlecht – das Haus stand Irgendwo im Nirgendwo, die „Hofeinfahrt“ war nocheinmal eine lange Straße, die zum Haus führte, queer durch ein Avokadofeld. Vor dem Fenster – Kühe. Die Leute waren nett, wir bekamen BBQ, für mich gegrilltes Gemüse! Das Bier brachten wir selbst mit!

Stürmische See in Tauranga

Nass und windig

Regen und Wind. Am Strand von Tauranga

Am nächsten Morgen, Sonntag, standen wir wieder früh auf. Unser nächstes Ziel war Tauranga, die größte Stadt im Bezirk von Bay of Plenty. Keine Panik, der Linksverkehr ist ja kein Problem für mich. Mein Auto, liebevoll „Emil“ genannt hatte allerdings scheinbar schon ein Problem mit dieser Stadt. Bereits auf dem Weg zum Mount Maunganui und dem Strand musste ich feststellen… „da stimmt was nicht“. Also hielten wir in einer Einfahrt an, ich öffnete die Motorhaube und starte etwas ratlos rein. Zu überprüfen, ob das Öl in Ordnung ist, brachte ich ja gerade noch hin – dann war ich aber mit meinem Latain was Autos angeht am Ende. Wenn zwei Mädchen am Straßenrand vor geöffneter Motorhaube stehen, kann man jedoch sicher sein, dass irgendjemand anhält um zu helfen – oder wenigstens versucht zu helfen. Es hielt auch ein junges Pärchen an, die beiden starrten dann ebenfalls skeptisch das Innenleben meines Autos an. Nachdem sich das Auto „etwas erholt“ hatte, schafften wir den Weg zum Strand schließlich doch noch. Es regnete, stürmte – aber uns wurde versprochen, dass das Blowhole, welches dort zu finden ist, gerade bei solchem Wetter besonders spektakulär sein soll. So kann man auch schlechtes Wetter positiv sehen. Mal davon abgesehen, dass ich nach 5 Minuten Pitschnass war, war es auch ganz schön.

Anschließend fuhren wir in die Innenstadt. Wiederum flanieren und Mittagessen. Tauranga ist wirklich eine wunderschöne Hafenstadt, leider haben wir dafür das falsche Wetter erwischt.


Am Spätnachmittag brachen wir zu unserem neuen Couchsurfing Host für diese Nacht auf. Allerdings stoppten wir bald wieder, das Auto gab komisch-laute Geräusche von sich, die Motordrehzahl schnellte hoch und irgendwie ging es kaum zu schalten. Abermals standen wir vor einer offenen Motorhaube und wunderten uns, wo der viele Rauch herkam.

Wieder hielt eine hilfsbereite Person und riet uns, so langsam wie möglich zu unserem Ziel zu fahren, da wir an einem Sonntag sowieso keine offene Werkstatt finden würden, die uns weiterhelfen könnte. Wir probierten dies also – mit 40 km/h auf dem Motorway. Bald stoppten wir wieder. Kurze Pause, damit sich das Auto „erholen“ kann. Wir mussten leider feststellen, dass unser Ziel in den Bergen lag. Ähnliche Pampa, wie auch schon am Vortag. Emil quälte sich um die Kurven,

Emil war krank...

immerzu den Berg hinauf, dampfte, rauchte, qualmte und wurde immer langsamer, bis irgendwann überhaupt nichts mehr vorwärts ging. Wir riefen die Couchsurfer an, die uns schließlich abschleppten.

Zumindest waren wir schon fast da. Die Diagnose von Shane (dem Couchsurfing-Mann) war: „Probably the clutch…“. Google verriet mir dann, das eine neue Kupplung schon mal so um die $800 kosten könnte, was mir einen mittelschweren Schock versetzte. Allerdings hatten wir, um die Geschichte etwas abzukürzen, Glück im Unglück: Der Nachbar des Couchsurfingehepaars war Mechaniker und erklärte sich bereit, mir eine neue Kupplungs-Platte (oder was immer das auch sein mag) einzubauen, für nur $100! Am nächsten Tag konnte ich dann für $60 das benötigte Ersatzteil gebraucht kaufen – wiederum großes Glück, denn wie gesagt, dieser besagte Montag war ein Feiertag – Queens Birthday.

Schafe füttern im "Garten" unseres Couchsurfinghosts.

Mein Auto war dann montag Nachts wieder fahrtüchtig, wir entschieden jedoch, erst Dienstags wieder zurück nach Auckland zu fahren.
Die Zeit bei diesem hilfsbereitem Couchsurfingpaar war allerdings sehr abgefahren, wir sind prompt bei Weltverschwörungstheoretikern mit unheimlich wüsten Theorien gelandet. Mein Pensum was Rassismus, Antisemitismus und Homophobie angeht, ist sowas von übervoll! Ich schätzte mich glücklich, als ich mich zu Hause in meinem Zimmer in der gemütlichen Hippiekommune wieder fand – dazu demnächst mehr!

Rangitoto Island

Gestern kam nocheinmal der Sommer zurück nach Neuseeland. Es fühlte sich wie Badewetter an, die Sonne strahlte und der Himmel war blau. Der richtige Tag um zu einer der Inseln vor Aucklands Küste zu fahren: Rangitoto. Diese Vulkaninsel ist ca. eine halbe Stunde mit der Fähre entfernt, die Fahrt kostet $25. Der Vulkan wa r wohl das letzte Mal vor etwa 700 Jahren aktiv…

Die Insel ist sehr charakteristisch für die Sicht von Aucklands Küste. Egal wo man sich befindet, von Aucklands Ostküste aus sieht man immer diese Insel – und sie sieht immer gleich aus, da sie absolut symmetrisch zu sein scheint.

Los gings schon recht früh. Morgens um 8 Uhr habe ich mich mit Reka getroffen, einer Ungarin, um gemeinsam zur Insel zu fahren. Die letzte Fähre ging schon um 16.00 Uhr zurück und wir hatten ja einiges vor: Zunächst ging es den Walkway zum Gipfel der Insel: diese ist 260 Meter hoch.

VulkangesteinVulkangestein auf Rangitoto. Ganz links ist Silberfarn zu sehen, auch „New Zealand Leaf“ genannt. Und es glitzert wirklich ganz in silber!

Der Weg ist landschaftlich sehr abwechslunsreich, aber dass bin ich ja mittlerweile von Neuseeland gewöhnt. Die Insel ist sehr vom vulkanischem Gestein geprägt, welches dort in Massen rumliegt. Es sieht, bildlich gesprochen, aus, als hätte jemand Steine gekotzt. Dementprechend anstrengend war es auch, durch dieses Geröll zu laufen. Außerdem sind Stoffschuhe wahrhaftig nicht empfehlenswert für diesen Walk.

Nachdem man eine Weile durch ein endloses Meer aus Stein lief, findet man sich irgendwann in einem Bush wieder. Gigantische Farne, die mehr wie Bäume aussehen dominieren dort das Bild. Alles ist grün. Angenehm, im Schatten laufen zu können.
Außerdem gab es auf dem Weg auch einige Höhlen zu sehen. Durch eine relativ lange Höhle musste man auch durchlaufen. Ein Glück, dass mein Handy eine Taschenlampenfunktion hat.

Am Gipfel angekommen gab es ersteinmal Pause – ich aß das beste Sandwich meines Lebens mit einer herrlichen Aussicht. Wir hatten Glück und die Wetterverhältnisse erlaubten einen herrvorragenden Blick über den Haurakigolf mit seinen vielen Inselchen. Die Aussicht war sogar so gut, dass es möglich war, bis zur Küste von Coromandel zu sehen.

Nicht nur die Aussicht in die Ferne war spektakulär. Vom höchsten Punkt Rangitotos konnte man auch in den verwucherten Krater des Vulkans blicken.

Unser weiterer Weg führte uns zur McKenzie Bay. Ein wundervoller Strand mit schwarzen Sand. Es wäre warm genug gewesen um Schwimmen zu gehen, nur rechneten wir damit nicht. Mitte Mai sollte nämlich eigentlich „Winter“ sein.

Pünktlich um 16.00 Uhr waren wir zurück um die Fähre zum Festland zu erwischen. Ziemlich müde und kaputt vom mehrstündigen Laufen genossen wir noch die Fahrt mir der Fähre zurück nach Auckland Downtown.

Abends war ich dann erstmals in Aucklands Kino – dem größten Neuseelands. Und eigentlich ist es mehr als nur ein Kino. Es hat den Flair von Futur, mit leuchtenden Neonlichtern, dem Piepsen von Spielautomaten und einer Fastfoodmeile. Gesehen habe ich Robin Hood. Anschließend noch ein gemütliches Bier nach einem anstrengendem, aber schönem Tag.

Halftime, Baby!

Waiheke Island 

Ups, schon Mitte Mai? Das heißt, dass ich bereits 11 Wochen Praktikum hinter mir habe: Halbzeit! Grund genug, um einmal ganz Allgemein über mein Leben hier in Neuseeland zu berichten.

 

Nach ein paar Wochen habe ich mich hier richtig gut eingelebt und auch schon einiges von Auckland gesehen. Downtown Auckland lernt man auch ziemlich schnell kennen, da das Stadtzentrum nicht sonderlich groß ist. Zwar vermittelt die Skyline, der hohe Skytower und die Queensstreet den Eindruck einer echten Metropole, tatsächlich ist der Stadtkern allerdings sehr klein und alles rundherum ist eher wie ein gigantisch großes Dorf.

Trotzdem ist Auckland wirklich liebenswert, bunt, lebendig und abwechslungsreich – und ich fühle mich sehr wohl in dieser Stadt, die zurecht als „multikulturell“ bezeichnet wird. Anhand der Menschen, welchen man in der Queensstreet begegnet, könnte man nicht erraten, wo man sich befindet, so vielfältig und verschieden sind Aucklands Bewohner und Touristen. Dies hat natürlich auch den Vorteil, dass Auckland ein absolutes kulinarisches Paradies ist und man nahezu alles bekommt.

in Devonport

So vielfältig die Menschen sind, so vielfältig sind auch die vielen bunten Pubs, Läden, Restaurants und Imbissbuden. Eine meiner Lieblingsbeschäftigungen ist es hier, durch Sekondhandläden in der K’rd zu bummeln. Die K’rd ist überhaupt ein ganz besonderes Pflaster, aber davon mehr ein anderes Mal.

 

Mit der Wahl meines Praktikums bin ich immer noch ganz zufrieden, eigentlich hätte ich es besser kaum treffen können! Mit den Kollegen verstehe ich mich nach wie vor gut, ebenso mit den Vorgesetzten. Mittlerweile habe ich auch eigene Projekte gestartet: Mit den 5 – 6 Jährigen baue ich ein Star Wars Diorama, da Star Wars das derzeitige Thema ist. Mit den 7 – 13 Jährigen habe ich ein Newspaper-Projekt gestartet. Die Kinder sollen also eine eigene Zeitung kreieren, mit eigenen Artikeln, Interviews und Umfragen. Das macht grundsätzlich Spaß und ich bin froh, dass mir die „Freiheit“ zum selbstständigen Arbeiten zugesprochen wird, allerdings bin ich gelegentlich etwas enttäuscht, dass mir recht wenig entgegen gekommen wird. Beispielsweise muss ich oft 100 Mal daran erinnern, wenn ich beispielsweise mit den Kindern am Computer arbeiten möchte oder irgendwelche Ressourcen für die Projekte benötige. Aber das ist eigentlich ein kleines Problem und ändert nichts daran, dass mir die Arbeit allgemein gefällt. Deprimierend und nicht besonders motivierend ist natürlich die Tatsache, dass ich Tag für Tag unbezahlt meine Zeit dort verbringe. Nun, dafür darf ich in Neuseeland sein, und… man tut es ja für die Praxiserfahrung (jaja).

 

Auch in meinem bescheidenem Hostel fühle ich mich mittlerweile beinahe richtig wohl. Nur „beinahe wohl“, da hier sage und schreibe 20 Überwachungskameras installiert sind und ich diesen Gefängnis Flair nicht sonderlich zu schätzen weiß. Aber ich kenne inzwischen einige Leute hier und das finde ganz angenehm. Ein großer Vorteil ist natürlich, dass ich hier absolut zentral lebe. Nachts, wenn man versucht zu schlafen und vor dem Fenster die Großstadt tobt, kann dieser Vorteil natürlich auch ganz schnell in einen Nachteil umschlagen.

Dennoch habe ich mich entschieden in zwei Wochen nach Albany zu ziehen. Ich werde dort in einer Kommune leben, die sich mitten im Bush befindet. Außenrum ist alles grün, es gibt Gemüsebeete und es ist ruhig – jedenfalls ruhiger als die Straße vor meinem Fenster. Albany ist ein Vorort von Auckland und ich habe somit einen Weg von 15 km in die Arbeit. Aber das nehme ich in Kauf, um diese Lebensweise auch kennen zu lernen. Ich bin nach wie vor auf der Suche nach einem geeignetem und günstigen Auto.

Sicherlich kann ich über diese Kommune in zwei Wochen mehr berichten. Heute habe ich jedenfalls mein Hostel gekündigt – was fast schon ein sentimentaler Moment war!

Zu guter Letzt habe ich auch noch ein paar neue Fotos. Diese sind gestern im Shakespeare Park entstanden. Nachdem ich gestern die Kommune in Albany besuchte, entschloss ich mich anschließend, mein Tagesticket auszukosten und bin mit dem Bus weiter nach Norden gefahren, bis zur Endhaltestelle. Ich bin ca. 2 Stunden durch die Pampa gefahren – eine ganz ansehnliche Pampa muss man dazu sagen, und es hat in Strömen geregnet, aber als ich schließlich ankam, stoppte der Regen und die Sonne kam raus. Glück muss man haben, und manchmal hab ich es.

Auf den Wegweisern war ein Wasserfall angekündigt und der Pfad führte mich ein Stück durch einen nativen Regenwald, was wirklich ganz hübsch war. Der Wasserfall selbst war allerdings mehr ein Rinnsal. Die Landschaft war absolut abwechslungsreich: Während man sich im einen Moment in Mitten des Bushs befindet, läuft man im nächsten Augenblick über Felder und Wiesen und Weiden, mit Meerblick und hunderten von Schafen.

Da ich leider erst Nachmittags in diesem Park ankam, stellte ich bald fest, dass sich die Sonne schon auf den Weg machte, bald unterzugehen – Weil Winterzeit ist, geht die Sonne um ca. 18 Uhr unter. Ich machte mich von daher recht bald und rasch auf den Weg zurück zur Bushaltestelle, da ich von der Idee im Dunkeln durch den Bush zurückfinden zu müssen nicht besonders prickelnd fand.

Hier noch ein paar Fotos davon:

   

 Typisch Neuseeland

Sonnenuntergang im Shakespaere Park

 

Ein weiteres Wochenende „down under“

Mittlerweile lebe ich seit fast 2 Monaten in Auckland, und noch immer gibt es etwas Neues zu sehen. Am Samstag, 24.04.2010 entschied ich mich irgendwann Vormittags, einmal wieder mit der Fähre irgendwohin zu fahren, denn…

eine Seefahrt die ist lustig,
eine Seefahrt die ist schön…

Und diesmal ging es nach Devonport, einem Vorort von Auckland in North Shore, von wo man eine grandiose Aussicht auf Aucklands Skiline hat.

Vor Allem von den beiden Vulkanbergen, die sich in Devonport befinden kann man Auckland und den Hauraki Golf schön überblicken. Der höchste Vulkan North Shores heißt „Mt. Victoria“, der zweite „North Head“ – ich war auf beiden. Das klingt nun wahnsinnig sportlich, allerdings ist der höchste Vulkan lediglich 87 Meter hoch.

Außerdem findet man auch in Devonport einen recht ansehnlichen Strand und eine wirklich hübsche Straße entlag der Küste mit einigen charmanten Cafes und Restaurants.

Wirklich neidisch kann man auf die vielen, schönen viktorianischen Häuser entlang der Küste werden. Wenn ich dann irgendwann mal reich bin, werde ich auch in einem solchen wohnen, es bunt bemalen, und mir ein Pferd auf die Veranda stellen.
Bei Sonnenuntergang furh ich mit der Fähre zurück nach Auckland.

Sonntags (25.04.2010) fuhr ich gegen Mittag mit meiner sehr sympathischen Chefin Corrina und ihrem jungen Hund zur Westküste Aucklands.

Wir fuhren zu einem Strand names „Whatipu“ – Zur Information: Wh spricht man immer als F aus. Das Wetter war wieder gigantisch und ich ärgerte mich ein wenig, meine Schwimmsachen nicht mitgenommen zu haben.
Wir wanderten ein wenig am Strand entlang – einer der schönsten und gigantischten Strände, die ich jemals gesehen habe und ich möchte auf jeden Fall nochmal dorthin, am besten alleine wenn ich endlich mobil und Automobileigentümerin bin um mehr Zeit zu haben um schöne Fotos zu machen. Corrina hatte zwei gekühlte Bier für uns dabei, so genossen wir die Sonne und die schöne Aussicht am Strand.

Als ich Abends wieder zurück in Auckland war, entschloss ich mich, mir am Hafen den Sonnenuntergang anzusehen.